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Wir möchten in unserem Forum die Zechen des Ruhrpotts entdecken, erleben und an sie erinnern, damit diese nicht in Vergessenheit geraten!

In diesem Gebiet gab es einst mehr als tausend Zechen und somit ist immer noch vieles von ihnen allgegenwärtig. Als die Kumpels für ihren Lohn unter Tage fuhren und den Staub schluckten war es kaum möglich, heute hingegen darf man einige Zechen auch besichtigen.

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Schacht Westende

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Schacht Westende

Beitrag von Meidericher am So 05 Okt 2014, 21:10

Schacht I (Jacobine) bis 1921 Förderschacht danach Wetterschacht Ø 4,16m, 1.S = 159m; 2.S = 200,4m; 3.S = 278,4m;

4.S = 343,2 m; 5.S =387,6m Hängebank Niveau = +29,3m


Schacht II bis 1921 Förderschacht danach Wetterschacht Ø 5,5m, 1.S =158,7m; 2.S =200,1m; 3.S =278,1m; 4.S =342,9 m;

5.S = 387,3m; 6.S = 540,3m Hängebank Niveau = +29m


Schacht III = Ruhr & Rhein (Wetterschacht) Ø 3,6m, 1.S = 153,5m; 2.S =182m Hängebank Niveau = +30,6m


Schacht IV = Kampschacht (ab 1921 Hauptförderschacht) Ø 6m, 1.S =150,1m; 2.S = 180,3m; 3.S = 264,7m; 4.S = 351,3 m; 5.S = 446,2m Hängebank Niveau = +32,1m


Rönsbergshof = Wetterschacht Ø 3,02m - 5,5m, 1.S=-; 2.S = 195,2m; 3.S = 280,5m; 4.S = 353,3m; 5.S = 451m Hängebank Niveau = +27,7m

Die Gewerkschaft Ruhr und Rhein wurde am 24. Mai 1856 zwecks Kapitalbeschaffung gegründet, da nach der geltenden Cleve-Märkischen Bergordnung ein Aufdecken des Fundpunktes von der Bergbehörde gefordert wurde.

Mit dem Teufen des Mutungsschachtes (der schon als Förderschacht geplant war) wurde 1857 begonnen. 1864 wurde nach vielen Rückschlägen und Schwierigkeiten in der Nacht vom 20. auf den 21. März das Steinkohlengebirge bei einer Teufe von 81,90 m angetroffen und dieser in Folge bis zu einer Teufe von 178 m niedergebracht. Ein weiterer Fundnachweis wurde 1857 durch eine Kernbohrung erbracht, nachdem ein Einvernehmen mit der Bergbehörde bezüglich der Funddarlegung erzielt wurde. In Folge wurden im Jahr 1859 die fünf Felder der Mutung verliehen, die Mitte 1861 unter dem Namen Ruhr und Rhein konsolidierten. Nach Errichtung des Schachtgerüstes und der Fördermaschinengebäude sowie nach dem Eisenbahnanschluss an die Linie Oberhausen-Ruhrort konnte gegen Ende 1866 die Förderung aufgenommen werden. Unerwartet schlechte Aufschlüsse der Unteren- und Mittleren Fettkohlenschichten sowie Probleme mit der Wasserhaltung führten im Jahr 1868 aber zu einer Betriebseinstellung von Ruhr und Rhein.

Société anonyme des Charbonnages du Rhin (1870-1874)

Der Gründungsvertrag der Société anonyme des Charbonnages du Rhin wurde am 11. April 1870 unterzeichnet und das Gesellschaftskapital auf 5 Mio. Francs festgelegt. Bereits am 20. April 1870 wurde das Bergwerk Rhein und Ruhr für den Preis von 1.075.200 Francs gekauft. Zuvor allerdings sicherte man sich den Besitz des Bergwerks Westende, welches direkt am 11. April auf die Société umgeschrieben wurde. Die Förderung der Schachtanlage Rhein und Ruhr wurde bereits 1870 wieder aufgenommen, auf Westende begann die Förderung im folgenden Jahr, nachdem auf beiden Anlagen einige Modernisierungen und Reparaturen ausgeführt wurden. Trotz eines Betriebsüberschusses geriet die Société anonyme des Charbonnages du Rhin nach Absatzrückgang und fehlender Rücklagen gegen Ende des Jahre 1874 in Konkurs. Diese wurde nachfolgend an die neugegründete Société anonymes des Charbonnages rhénans verkauft.
Vereinigte Stahlwerke

Die Tagesförderung wird am 19. November 1927 eingestellt. Nur noch die Seilfahrt sowie das Pendeln der Förderwagen zwischen 6. und 3. Sohle wurde bis Juni 1928 ausgeführt. Nachfolgend erfolgt der Abbruch der Tagesanlagen. 1926 bereits erfolgte der Durchschlag mit dem Grubenfeld Friedrich - Thyssen und dem Schacht Rönsbergshof.

Dieser wurde von der Gewerkschaft Deutscher Kaiser abgeteuft und diente folgend als Förder- und Wetterschacht. Mit dem Teufen wurde am 1. Mai 1908 begonnen und der Schacht erreichte schon am 6. Juli 1909 das Steinkohlengebirge bei einer Teufe von 152 m. Die Endteufe des Schachtes lag bei 203 m. Mit Übernahme der Vereinigten Stahlwerke wurde er von Westende als Wetterschacht genutzt, da er für die Anlagen Friedrich-Thyssen III/VII (ab 1915) und IV/VIII (ab 1925) ohne Bedeutung war. 1930 wurde die Seilfahrt und Förderung eingestellt und der Schacht Rönsbergshof diente folgend nur noch als Wetterschacht.

GBAG (Gelsenkirchener Bergwerks AG)

Im Jahr 1933 wird die Schachtanlage Westende in die neu gegründete Betriebsgesellschaft GBAG (Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Gruppe Hamborn) der Vereinigten Stahlwerke eingebracht. 1935 wird unter Auflagen das Abbauverbot durch die Bergbehörde gelockert und mit der Gewinnung der bisher stehengelassenen Kohlevorräte begonnen. Auflagen hierzu sind Dammerhöhungen zum Schutz der bebauten Gebiete vor Rheinhochwasser sowie verstärkte Einbringung von Versatz. Diese Auflagen werden aber im Dritten Reich aus Gründen der Produktivität noch drastisch reduziert. Während des Krieges fällt die Förderung von 844000 to/a (1940) auf 102000 to/a (1945) bei fast halbierter Belegschaft. Durch die unmittelbare Nähe zu den kriegswichtigen Stahlwerken wird auch Westende im Krieg durch Bombenwurf in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings halten sich die Zerstörungen, im Vergleich zu anderen Anlagen im zentralen Ruhrgebiet, in Grenzen.

Hamborner Bergbau AG

1953 wurde im Zuge der Neuordnung, die bisherige Gruppe Hamborn der GBAG, zu der die Schachtanlage Westende gehörte, in die neugegründete Hamborner Bergbau-AG überführt. Des Weiteren wurde auf der Schachtanlage mit der planvolle Absenkung der Duisburger Hafenanlagen begonnen. Durch die Rheinbegradigungen und der daraus resultierenden schnelleren Fliessgeschwindigkeit, erodierte die Sohle des Rheinstromes deutlich schneller. Dies führte dazu, dass die Hafenbecken nur noch einen geringen Tiefgang für den so wichtigen Ruhrorter Hafen boten. Um aber das kosten- und zeitintensive Ausbaggern zu umgehen wurde die Absenkung durch Gewinnung unter den Hafenanlagen ersonnen. Diese führte zu einer äussert zufriedenstellenden Gesamtabsenkung des Hafenareals einschliesslich der Schleusen, welches das Ausbaggern überflüssig machte und ein weiteren Betrieb der Hafenanlagen bis zu den heutigen Tagen ermöglichte.

1964 wird die Schachtanlage Rönsbergshof abgebrochen und verfüllt. Von dieser sind noch einige Betriebsgebäude und das Fördermaschinenhaus erhalten.
Aufgrund der anhaltenden Kohlenkrise sowie dem bevorstehenden Zusammenschluss der verbliebenen Ruhrzechen zur RAG und den nahezu erschöpften Reserven des Grubenfelds wird die Schachtanlage Westende zum 31. Juli 1968 stillgelegt und nachfolgend abgebrochen. Die Mitarbeiter werden auf die umliegenden Schachtanlagen verteilt oder wandern in andere Berufszweige ab.

Folgenutzung

Bis auf ein Torhaus, dem Fördermaschinenhaus und einem Betriebsgebäude (Büro und Kauengebäude) des Kampschachtes (Schacht IV) ist nichts mehr erhalten. Das Gelände von Schacht IV ist als Ausweich- und Reservefläche der Thyssen Krupp AG ausgewiesen und kann im Bedarfsfall überbaut werden. Schacht I markiert eine Protegohaube, Schacht II und III sind komplett verfüllt. Auf dem Gelände von Schacht I/II befindet sich ein bebautes Gewerbegebiet. Schacht III (Ruhr und Rhein) ist teilbebaut und befindet sich auf dem Betriebsgelände der Thyssen Krupp AG. Von Rönsbergshof sind noch einige Betriebsgebäude sowie das Fördermaschinenhaus erhalten, dieses Areal wird von der städtischen Förderschule sowie der Bezirkssportanlage "am Rönsbergshof" genutzt.

Anzahl der Sohlen: 6
Teufe der Sohlen:
6. Sohle = 522,1 m


Verwertbare Förderung:
48.881.595 t


Geförderte Kohlensorte:
Fett-, Ess- und Magerkohlen


Höchste Jahresförderung: 1.129.650 t im Jahr 1927


Höchste Belegschaft: 2337 im Jahr 1927


Grubenunglücke:
1917 21.7. Schlagwetter fordert 7 Todesopfer
1917 6.9. Gebirgsschlag fordert 4 Todesopfer

Betriebliche Besonderheiten:


Ab 1951 wurde das planmässige Absenken des Duisburger Hafens durchgeführt.

Flöze des Steinkohlengebirges der Schachtanlage:


Flöz Katharina (Fettkohle)
Flöz Gustav (Fettkohle)
Flöz Gretchen (Fettkohle)
Flöz Anna (Fettkohle)
Flöz Matthias 1 (Fettkohle)
Flöz Matthias 2 (Fettkohle)
Flöz Matthias 3 (Fettkohle)
Flöz Matthias 4 (Fettkohle)
Flöz Mathilde (Fettkohle)
Flöz Hugo (Fettkohle)
Flöz Albert 1 (Fettkohle)
Flöz Albert 2 - Oberbank (Fettkohle)
Flöz Albert 2 - Unterbank (Fettkohle)
Flöz Wellington (Fettkohle)
Flöz Blücher (Fettkohle)
Flöz Blücher 2 (Fettkohle)
Flöz Ernestine (Fettkohle)
Flöz Johann (Fettkohle)
Flöz Präsident (Fettkohle)
Flöz Luise (Fettkohle)
Flöz Karoline (Fettkohle)
Flöz Angelika (Fettkohle)
Flöz Wasserfall (Fettkohle)
Flöz Sonnenschein (Fettkohle)
Flöz Girondelle 4 (Fettkohle)
Flöz Finefrau - Nebenbank (Fettkohle)
Flöz Finefrau (Fettkohle)
Flöz Geitling 2 (Fettkohle)
Flöz Kreftenscheer 3 (Fettkohle)
Flöz Mausegatt (Fettkohle)

Text Quelle = Dieter Schulze-Elvert
(Mit freundlicher Genehmigung Fr.Brandt)


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Re: Schacht Westende

Beitrag von Anyone09 am Fr 03 Jun 2016, 19:06

Moin moin, kurze Frage.

Könnten das hier evt. Diffusoren gewesen sein von Schacht IV? Sind mir jedenfalls bei keiner Tour bisher aufgefallen. 
https://www.google.de/maps/place/Ruhrort,+Duisburg/@51.4637794,6.7391796,124m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x47b8be54a2499e7d:0x527f2813157c520!8m2!3d51.4499282!4d6.7483238
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Re: Schacht Westende

Beitrag von Meidericher am Sa 04 Jun 2016, 15:13

Könnte durchaus möglich sein!

LG Meidericher


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