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In diesem Gebiet gab es einst mehr als tausend Zechen und somit ist immer noch vieles von ihnen allgegenwärtig. Als die Kumpels für ihren Lohn unter Tage fuhren und den Staub schluckten war es kaum möglich, heute hingegen darf man einige Zechen auch besichtigen.

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Zeche Wiendahlsbank

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Zeche Wiendahlsbank

Beitrag von icewulf am Do 29 Dez 2016, 11:43



Zeche Wiendahlsbank in Dortmund-Kruckel





1856 - 1925










Die Schachtanlage entstand aus mehreren Stollenbetrieben, die südlich und östlich der späteren Tiefbauanlage knapp 100 Jahre lang in geringem Umfang Kohle abbauten. Erst mit der Eröffnung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn im Jahr 1849 war es möglich, große Kohlenmengen aus dem sehr hügeligen Umfeld zu den Abnehmern zu transportieren. Gefördert wurde Esskohle (Schmiede/Hausbrand) und Fettkohle. Da die zur Verkokung geeignete Fettkohle nicht in großen Mengen anstand verzichtete man auf eine eigene Kokerei und belieferte über eine Seilbahn die Kokerei von Kaiser Friedrich. Zur besseren Vermarktung wurde eine Brikettfabrik betrieben. Ein wichtiger Abnehmer der Esskohle waren die VEW, die ab 1908 das 1905 gebaute Kraftwerk neben der Zeche betrieben.
1889 erwarb die Louise Tiefbau AG die Zeche und baute sie großzügig aus. Der eigene Betrieb lief dagegen schlecht und 1910 wurde nach massiven Problemen ein kleiner Teil des Grubenfelds dieser Zeche in Dortmund-Barop von Wiendahlsbank übernommen, der Rest auf die Nachbarzechen verteilt. Der Schacht Schulte wurde als Wetterschacht angeschlossen und die restlichen Vorräte abgebaut. Im Jahr 1924 wurde Wiendahlsbank stillgelegt, nachdem die Fettkohlenvorräte abgebaut waren. Für die Esskohlen fehle damals der Absatzmarkt. Ab 1926 wurden fast alle Gebäude abgerissen.
Ungücke ereigneten sich erst gegen Ende der Betriebszeit. 1917 starben vier Bergleute beim Absturz eines Förderkorbs. 1924 gab es am 11. April und am 2. Juni Kohlenstaubexplosionen mit jweils sechs Toten. Ursache könnte Unachtsamkeit im Vorfeld der Stilllegung gewesen sein.


  • Wiendahlsbank





    1768 wurden drei Flöze (Wiendahlsbänke) verliehen. Ab 1771 wurde im Stollenbetrieb Kohle abgebaut. Bis 1798 ist ein Betrieb belegt. Von 1836 bis 1843 gab es eine weitere Betriebsphase mit sehr geringer Förderung. Ursprünglich war ein Erbstollen zur Wasserlösung geplant. Er konnte wegfallen, da schon seit 1759 im Bereich des Grubenfelds der Johannes Erbstollen aufgefahren wurde.
    1850 erfolgte die Konsolidierung zur Ver. Wiendahlsbank.
  • Wiendahlsbänker Erbstolln





    1836 als Fortsetzung des Johannes Erbstollen verliehen und danach weiter aufgefahren. Weitere Daten unbekannt, wahrscheinlich in Ver. Wiedahlsbank aufgegangen.
  • Wiendahlsnebenbank





    Ab 1783 bestand ein Stollenbetrieb unter diesem Namen, der bis 1855 in bescheidenem Rahmen und mit vielen Unterbrechungen aus mehreren Stollen Kohle förderte. Er stand in Verbindung zum Johannes Erbstollen, der das Grubenwasser löste. Vom Glückauf Erbstollen der späteren Zeche Glückauf Tiefbau aus wurde 1820 eine Strecke aufgefahren, der östlich des Grubenfelds lag. 1903 ging die Berechtsame deshalb an die Zeche Gottessegen, von der aus die Kohlenvorräte unter der Stollensohle wirtschaftlich zu erreichen waren. In diesem Bereich ereignete sich ein Tagesbruch, der 2014 die A45 lange Zeit lahmlegte.
  • Anfang mit Gott





    Um 1756 wurde ein Längenfeld vermessen. Ob ein Abbau stattfand ist nicht bekannt. 1759 wurde der Vortrieb wieder aufgenommen. 1810 erfolgte die Konsolidation zu Johannes Erbstollen
  • Lappenberg





    Um 1775 in Betrieb. Später um 1796 und 1826 wieder aktiv. Bis 1853 zu Johannes Erbstollen gehörend, ab 1882 zu Gottessegen. Nach 1962/63 noch einmal als Nebenschacht Finefrau bzw. Gute Hoffnung III in Betrieb.
  • Mit Gott gewagt





    Ab 1754 ist ein bescheidener Betrieb nachgewiesen. Spätesten 1775 endete er, ab 1784 begann die Betriebsphase, die 1810 zur Konsolidation zu Johannes Erbstollen führte. Der Name ist selbsterklärend und existierte in unterschiedlicher Schreibweise auch bei Stollenzechen im Bochumer Süden. Der Stollen ist der Vorläufer der späteren Tiefbauanlage.



Johannes Erbstollen






Wann genau die Anlage des Stollens begann ist unklar, 1756 wurde ein Längenfeld vermessen und der Vortrieb ab 1759 wieder aufgenommen. In Laufe der Zeit wurden die oben beschriebenen Stollenzechen erreicht, deren Grubenwasser über den Erbstollen abfloss. 1792 erreichte man erstmals ein Flöz und stellt Versuche zur Koksherstellung an. Dies weist auf eine erstaunlich wagemutige Betriebsführung hin. Die anstehende Kohle taugte ncht zur Verkokung. Erst einige Jahrzehnte später kam eine Prokuktion auf, die lange bis zur Wirtschaftlichkeit brauchte.
Der Stollen wurde 1836 noch weiter vorgetrieben und aus zahlreichen Schächten gefördert. Nur einige hundert Tonnen wurden jährlich gefördert. Ab 1849 wurden der Stollen und der Schacht Carl wieder aufgewältigt und zwei tonnlägige Versuchsschächte (Pautz und Fleitmann) abgeteuft. Damit begann die Tiefbauphase.
Ab 1852 wurde ein tonnlägiger Förderschacht geteuft, ab 1858 August Huyssen genannt nach dem Wittener Bergrevierbeamten, der einen neuen Betriebsplan ausarbeitete. Der Schacht war flach 322 m lang, was einer Seigerteufe (senkrecht) von 214 m entspricht. Bis zur Stilllegung 1882 wurden 33000 - 44000 t/a gefördert, maximal 52408 t im Jahr 1868. 1875 erwarb Ver. Wiendahlsbank die Zeche, die weiter eigenständig blieb. 1888 folgte die völlige Übernahme und der Abbau der Restvorräte.
Die Betriebsgebäude wurden nach der Stilllegung von einem Landwirt übernommen, der sie ohne große Umbauten weiter nutzte. Im Prinzip verschwand nur der Schornstein des Kesselhauses für die Dampfmaschine. Um die Jahrtausendwende wurde die gesamte Anlage zu einer Nobelwohnanlage umgebaut, unter vorbildlicher Beachtung des Denkmalschutzes. Die Gebäude sind äusserlich fast original erhalten und präsentieren sich als ein einzigartiges Ensemble der Stollenzechenära. Leider ist der Zugang nicht erlaubt, aber durch die geringe Größe der Zeche ist ein guter Einblick von ausserhalb gegeben. Das südlich gelegene Haus des Obersteigers war lange Zeit als Ausflugslokal "Zum Johannisberg" weiter genutzt und blieb ebenfalls kaum verändert erhalten.


Ver. Wiendahlsbank








Die Tiefbauanlage wurde 1853 mit dem Abteufen des ersten Schachts begonnen. Dabei wurden Teile des Feldes von Johannes Erbstollen übernommen. Später wurden noch Teile umliegender Berechtsamen angepachtet. Auf dem Zechengelände wurden drei Schächte abgeteuft, dazu kamen zwei Luftschächte weiter östlich, die keine Spuren hinterlassen haben. Der Hauptschacht iedrich hatte einen Malakoffturm, auf den später ein Strebengerüst gesetzt wurde.
Neben der Zeche bestand ein Kraftwerk, das ein sicherer Abnehmer für die sonst schlecht absetzbare Esskohle war. Dort befindet heute ein Sportplatz. Das Kraftwerk wurde noch bis noch bis 1955 betrieben. Auf der Haldenfläche besteht ein großes Umspannwerk, das aus dem früheren wesentlich kleineren hervorging.
Von den ehemaligen Gebäuden steht heute nur noch das zu Wohnungen umgebaute Torhaus. Auf der früheren Betriebsfläche hat sich Kleingewerbe angesiedelt. Seit 2014 sind Lebensmitteldiscounter dazu gekommen, womit die bis dahin noch freien Flächen neu genutzt sind. Die Schächte sind teilweise am Revisionsdeckel erkennbar. Schacht Friedrich liegt am Rand des Discounterparkplatz, der Luftschacht liegt am Rand des Sportplatzes. Der Schacht Wilhelm ist mit einer Lagerhalle überbaut und nicht frei zugänglich.



Übersicht Schachtdaten  



















SchachtTeufbeginnInbetriebnahmeStilllegungmax. Teufe (m) Brikettfabrik
Huyssen185218541882214 
1 (Wilhelm)1853185819247831895 - 1915, 1921 - 1924
Wetterschacht18581858 50 
Wetterschacht (t)18661866   
Friedrich187018731924658 
Wetterschacht190319031924  
Schulte ab 19101924470 



maximale Förderung 339769 t 1914
durchschnittlich 170000 - 300000 t/a


In der Stollenphase wurden zahlreiche kleine Förderschächte abgeteuft, da die Förderung durch den Stollen ab einer gewissen Länge wegen hoher Instanhaltungskosten nicht mehr rentabel war. Bei Wiendahlsnebenbank sind mit dem Betriebsjahr bekannt Neuer Schacht (1796), Neuhoff (1800), Herrmann (1805), Henderich (1805, 1810, 1825), Feldschacht (1825) und Ludwig (1845). Bei Johannes Erbstollen No. 3 (1792, 1800), Wegeschacht (1800, 1805), Bernhardt (1805), Topf (1805), Eduard (1820), Friederich (1820, 1825), Johannes (1830), Moritz (1830), Carl (1835, 1850) und Fortsetzung (1835). Je nach Bedarf wurden alte Schächte auch wieder aufgewältigt.




ehema. Betriebsgebäude Johannessegen, links das Schachthaus

ehemalige Verwaltung

ehemalige Verwaltung

ehemaliges Steigerhaus

Wiendahlsbank Folgenutzung

Wiendahlsbank Infotafel

Wiendahlsbank Gelände des alten Umspannwerks

>Wiendahlsbank neues Umspannwerks

Wiendahlsbank Torhaus

Wiendahlsbank Durchgang Torhaus

Wiendahlsbank Torhaus mit erneuertem Schriftzug

Wiendahlsbank Schacht Wilhelm (unter einer Lagerhalle)

Wiendahlsbank Schacht Friedrich

Wiendahlsbank Schacht Friedrich

Wiendahlsbank Luftschacht

Wiendahlsbank Luftschach
















(Quelle www.ruhrzechenaus.de)


Zuletzt von Peter Wach am Do 29 Dez 2016, 17:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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icewulf

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Re: Zeche Wiendahlsbank

Beitrag von dusi am Do 29 Dez 2016, 12:07

Schön, hier macht ja Jemand mit, mit Themen und Infos.
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dusi

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Re: Zeche Wiendahlsbank

Beitrag von icewulf am Do 29 Dez 2016, 12:15

@dusi schrieb:Schön, hier macht ja Jemand mit, mit Themen und Infos.
dusi - Einmal Kumpel, immer Kumpel

Glückauf.
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icewulf

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