⚒ Forum Zechenfreunde ⚒
Wir möchten in unserem Forum die Zechen des Ruhrpotts (und darüber hinaus) entdecken, erleben und an sie erinnern, damit diese nicht in Vergessenheit geraten!

In diesem Gebiet gab es einst mehr als tausend Zechen und somit ist immer noch vieles von ihnen allgegenwärtig. Als die Kumpels für ihren Lohn unter Tage fuhren und den Staub schluckten war es kaum möglich, heute hingegen darf man einige Zechen auch besichtigen.

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Zeche Wilhelmine Mevissen in Duisburg Rheinhausen

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Zeche Wilhelmine Mevissen in Duisburg Rheinhausen Empty Zeche Wilhelmine Mevissen in Duisburg Rheinhausen

Beitrag von Meidericher am Do 30 Okt 2014, 19:28

Das Grubenfeld wurde schon 1855 verliehen, aber erst 1912 wurde mit dem Abteufen begonnen. Durch die Zechen östlich des Rheins war dort die Geologie bekannt, westlich lagen keine sicheren Kenntnisse vor. Zudem war der Kapitalbedarf hoch, da keinerlei nutzbare Infrastruktur vorhanden war. Selbst heute ist das Umfeld eher ländlich geprägt. Der Name geht auf den Präsident der Rheinischen Eisenbahngesellschaft zurück, dessen Schwester Wilhelmine die Hälfte der Anteile besaß.
1967 wurde die stillgelegte Nachbarzeche Diergardt übernommen, die schon seit 1927 unter Tage mit Mevissen durchschlägig war. Diese war nach dem ersten Besitzer des Grubenfelds Freiherr Friedrich Heinrich von Diergardt benannt.
Die nicht verkokungsfähige Förderung wurde überwiegend als Hausbrand abgesetzt, wobei etwa 25% nach Frankreich und Holland verschifft wurde.


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Zeche Wilhelmine Mevissen in Duisburg Rheinhausen Empty Re: Zeche Wilhelmine Mevissen in Duisburg Rheinhausen

Beitrag von Meidericher am Mi 25 Feb 2015, 18:38

Das Zechengelände von Schacht 1/2 ist im Gewerbegebiet Mevissen aufgegangen. Dort betreibt McDonalds eine Zentralbäckerei. Direkt daneben liegen die ehemaligen Schächte (Revionsdeckel und Infotafel) in einem Bereich, der Parkplätze und eine Grünfläche umfasst. Hier ist auch eine Seilscheibe mit einer Informationstafel zur Erinnerung an die Schachtanlage aufgestellt worden.

Das Gelände von Schacht 3 in der Nähe des Bahnhofs Rumeln liegt heute brach und ist verwildert. Es sind noch einige Reste der Erschließungstraßen zu finden und Zechengleise (Spurweite wie unter Tage) am ehemaligen Schacht zu erkennen, dessen Lage an einem Rohrstutzen erkennbar ist.

Der Schacht Kaldenhausen wurde als erster im Ruhrgebiet als Bohrung niedergebracht. Als reiner Wetterschacht war das Betriebsgelände sehr klein und ist mit der heutigen Nutzung (Wohnen) im ländlichen Umfeld nicht mehr als ehemaliger Bergbaustandort zu erkennen.
maximale Förderung 850090 t 1943
durchschnittlich 500000 - 800000 t/a

Der Schacht Diergardt 1 wurde auch als Carl Theodor bezeichnet (nach Carl Theodor Deichmann, Vorsitzender des Grubenvorstands). 1951 brannte der Schacht am 14.5. bis in 300 Teufe. Erst am 11.10. konnte er wieder befahren werden. Nach der Übernahme durch die Zeche Mevissen wurde die Brikettfabrik bis zur Gesamtstilllegung weiter betrieben. Heute wird das Gelände gewerblich genutzt. Der Schacht ist nicht gekennzeichnet und mit einem Parkplatz überbaut. Sichtbar ist der Deckel der Revisionsöffnung.


Der Schacht 2 lag in Hochemmerich etwa 1,2 km nördlich. Von hier erfolgte 1914 der Durchschlag unter dem Rhein zum Schacht 3 in 115 m Tiefe. Dies war das erste mal, dass eine Verbindung unter dem Rhein hergestellt wurde. 1953 folgte ein weiterer Durchschlag mit Schacht 1 in 500 m Tiefe. Der Schacht ist in die Grünfläche eines Parks, der zum angrenzenden Businesspark Niederrhein gehört einbezogen worden und unter einer kleinen begrünten Aufschüttung verschwunden. Dort ist er am Deckel der Revisionsöffnung zu erkennen.
Der Durchschlag unter dem Rhein wurde bei der Besetzung des Ruhrgebiets nach dem 1. Weltkrieg zum Schmuggel genutzt, der erst mit der Einrichtung von Posten unter Tage durch das belgische Militär endete.


Der Schacht 3 wurde ursprünglich als Schacht Java von der Eisenhütte Vulcan abgeteuft. Begonnen wurde er 1859, nachdem ein erster Schacht bei 37,3 m im Schwimmsand stecken blieb. Bei 40,8 m blieb der Schacht ebenfalls stecken und wurde 1860 aufgegeben. Ab 1912 wurde mit neu entwickelter Technik (Caisson-Verfahren: Arbeiten unter Überdruck, vergleichbar mit einer Taucherglocke) der Schacht neu geteuft unf ging 1914 in Betrieb. Er wurde nach dem stellvertretenden Vorsitzenden des Grubenvorstands in Franz Ott umbenannt. Bis 1939 bestand eine eigene Aufbereitung, danach wurde die Förderung am Schacht 1 gehoben. Er wurde 1963 aufgegeben und verfüllt. Das Gelände wurde mit Wohnhäusern überbaut. Im Grünbereich zwischen den Häusern findet sich der Revisionschachtdeckel von Schacht 3. Die beiden etwas südlicher gelegenen Schächte Java 1 und 2 habe keine Spuren hinterlassen.(Quelle ruhrzechenaus.de)

Eine sehr interessante Sammlung und Infos dazu gibt es hier = http://www.bergbausammlung.de/

Ich werde dort mal vorbeischauen und evt. Fotos mitbringen.


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