⚒ Zechenfreunde ⚒
Wir möchten in unserem Forum die Zechen des Ruhrpotts entdecken, erleben und an sie erinnern, damit diese nicht in Vergessenheit geraten!

In diesem Gebiet gab es einst mehr als tausend Zechen und somit ist immer noch vieles von ihnen allgegenwärtig. Als die Kumpels für ihren Lohn unter Tage fuhren und den Staub schluckten war es kaum möglich, heute hingegen darf man einige Zechen auch besichtigen.

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Zeche Radbod

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Zeche Radbod

Beitrag von Meidericher am Mo 18 Mai 2015, 20:54

Die Zeche wurde ab 1905 im damals ländlichen Bereich nördlich der Lippe abgeteuft. Historisch gehörte die Region immer zum Münsterland. Bis auf die Zechenkolonien hat sich die traditionelle Siedlungsstruktur wenig verändert. Die Dörfer Bockum und Hövel entwickelten sich mit der Anlage zur Gemeinde Bockum-Hövel (1939). Diese war bis zur Eingemeindung nach Hamm im Jahr 1975 selbständig und wuchs von 2128 Einwohnern auf 26210 an.
Der Zechenname war ein "Import" des ersten Generaldirektors, der aus Ostfriesland stammte. Die Benennung erfolgte nach Radbod, einem friesischen Herzog (679 - 719). Die Grubenfelder waren unter dem Namen Trier III konsolidiert, der bis 1946 auch als Zechenname in Gebrauch war. Dies deutet auf die Geldgeber aus Trier hin. Möglich ist daher auch der Erzbischof Radbod von Trier, der von 883 bis 915 im Amt war.
Die Zeche wurde von einem der schwersten Grubenunglücke im Ruhrgebiet getroffen. Nur zwei Jahre nach der ersten Kohleförderung ereignete sich am 11. November 1908 ein Schlagwetterexplosion mit nachfolgendem Grubenbrand. Dabei starben 350 Bergleute. Nur durch kontrolliertes Fluten konnte der Brand eingedämmt werden. Bis 1910 dauerte das Instandsetzen der betroffenen Grubenbaue. Als Konsequenz wurden auf Radbod als erster Zeche im Ruhrgebiet elektrische Lampen eingeführt und strenge Regeln bei der Benutzung von Wetterlampen, deren Flamme Methan anzeigte. Trotzdem kam es später zu weiteren Unglücken. 1916 Schlagwetterexplosion mit sechs Toten, 1917 erstickten vier Bergleute und weitere Schlagwetterexplosionen forderten 1923 drei und 1939 neun Tote. Auch brannte es 1926 zwei mal. Wieder wurde der betroffene Bereich geflutet und erst 1938/39 gesümpft.
Die Ursachen des Unglücks blieben ungeklärt. Wahrscheinlich waren die relativ laschen Sicherheitsvorkehrungen und möglicherweise defekte Benzinsicherheitslampen der Grund. Die hohen Methanmengen in der Kohle waren auch von den Nachbarzechen bekannt. Die große Zahl der Opfer hängt mit dem ungewöhnlich gut angelaufenen Absatz der Zeche zusammen. Statt der üblichen 320 Bergleute waren 400 unter Tage. Viele machten Sonderschichten. Ein weiterer Grund war der noch wenig ausgedehnte Abbaubereich, wodurch die Explosionsschwaden schnell alle Grubenbereiche erreichten.
Der Kohleabbau wanderte nach Norden und nach 1945 zeichnete sich die Erschöpfung der wirtschaflich zu gewinnenden Vorräte ab. Daher wurde ab 1967 ein Feldesteil der südlichen Nachbarzeche Heinrich Robert angepachtet. Ab etwa 1990 sollte im schon 1950 erwordenen Feld Donar die Förderung aufgenommen werden und den weiteren Bestand der Anlage sichern. Dazu wurde in das Feld ein fünf km langer Querschlag bis in den Bereich Ascheberg vorgetrieben. Dabei blieb es. Die Absatzlage der Ruhrzechen hatte sich stark verschlechtert und Radbod 1990 stillgelegt. Die Schächte blieben offen und lange geisterte die Vision einer privat und ohne Subventionen betriebenen Zeche Donar durch die Medien. Angeblich sollte die hochwertige Kokskohle dies zulassen. Kurzfristig waren weltweit die Preise für Koks stark gestiegen. Mit dem Beschluss, 2018 den Steinkohlebergbau ganz zu beenden wurde die Vision endgültig begraben, genauso wie Pläne eines Wasserkraftwerks unter Nutzung der noch offenen Schächte und des Querschlags.
1967 wurde erstmalig im Ruhrgebiet ein Streb mit hydraulischen Ausbaugespannen ausgerüstet. Dies waren Gruppen von mehreren miteinander verbundenen Stempeln, die synchron bewegt wurden. Sie waren eine Vorstufe der heutigen Abbauschilde.
Radbod 1/2/5
Die Anlage Radbod 1/2/5 nahe beim Dorf Bockum veränderte das Umfeld rasant. Allein die Zechensiedlung hatte mehr als die zehnfache Fläche des Dorfes. Mit dem nördlicher gelegenen Hövel entstand ein relativ homogener Siedlungsbereich. Er ist aber weniger verdichtet als im mittleren Ruhrgebiet, da hier die Verbindung mit Hütten und Stahlwerken fehlt.
Die Zeche war als geplante Anlage architektonisch einheitlich gestaltet. Dies ist an den noch vorhanden Gebäuden erkennbar. Die Strebengerüste der Schächte 1 und 2 sind mit den Schachthallen erhalten, ebenso das Gerüst des später geteufte Hauptförderschacht 5. Diese bleiben als Ensemble erhalten. Die beiden ersten in Fachwerkbauweise sind Beispiele für die zu Beginn des 20. Jahrhunderts am meisten gebauten Konstruktionen, das von Schacht 5 zeigt die Weiterentwicklung ab etwa 1930 zu den Vollwandstrebengerüsten. Das durch Straßen erschlossene Gewerbegebiet weist noch viel Platz auf. Am Schacht 5 besteht eine Methangasverwertung. Für die Wasserhaltung zum Schutz des Bergwerks Ost und als Wetterschacht er weiter offen. Die Schächte 1 und 2 wurden 1990 verfüllt, Schacht 5 2012. Eine Halle am Zecheneingang wird vom "Kulturrevier Radbod" für Veranstaltungen von Rockkonzerten bis zu Tanz und Abifeten genutzt.
Die Benennung von Schacht 5 erfolgte nach dem Generaldirektor Fritz Winkhaus des Köln-Neuessener Berwerksverereins. Dieser hatte 1920 Radbod übernommen, als die Zeche finanziell sehr schlecht aufgestellt war.

Der Schacht Radbod 3 lag östlich von der Förderanlage und wurde nach dem Unglück von 1908 abgeteuft, ohne dieses wohl erst später wie bei vielen Doppelschachtanlagen. Die Revisionsöffnung liegt eingezäunt auf der ehemaligen Betriebsfläche, die zum großen Teil bewaldet ist. Der Schacht wurde schon 1960 aufgegeben und verfüllt.

Weiter westlich liegt die Fläche des Schachtes Radbod 4 (auch Wittekind genannt). Er war als Luftschacht in Betrieb und hatte einen Befahrungshaspel. Er wurde wie die Ventilatoren abgerissen. Nur noch die eingzäunte Protegohaube und der Stutzen der Nachfüllöffnung deuten die frühere Funktion an. Der Durchmesser von 6,10 m war ungewöhnlich groß für den Teufbeginn 1911 - sicher Folge des Unglücks

Donar
Die im Donarfeld geplanten Schächte 6 und 7 wurden nie genutzt. Schacht 6 wurde zwar wie geplant bis auf 1350 m abgeteuft, aber wegen der Stilllegung nur konserviert. Das Abteufgerüst blieb stehen und machte eine Befahrung möglich. Während der Diskussion über eine mögliche Weiternutzung fuhr hier ein Filmteam ein und drehte eine Kurzeportage für das Regionalprogramm der WDR. Nach dem Ende der Wassserhaltung auf Radbod wurde der Schacht 2013 verfüllt.
Der 1,5 km westlich geplante Schacht 7 wurde bei 55 m gestundet und 1992 verfüllt. (Quelle ruhrzechenaus.de)

Bilder folgen.


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Re: Zeche Radbod

Beitrag von Horst am So 24 Mai 2015, 20:34

Wann denn ?, mach ma hinne da


 Glück Auf Kumpels
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Re: Zeche Radbod

Beitrag von Meidericher am So 24 Mai 2015, 20:37

Horst schrieb:Wann denn ?, mach ma hinne da

Das dauert noch, wir fahren wohl am 07.06.15 zur Zeche Radbod

LG Meidericher


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Re: Zeche Radbod

Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 06:43

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 06:46

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 06:48

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 06:51

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 06:53

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 06:57

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 07:01

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 07:04

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Beitrag von f.matthey am So 20 März 2016, 07:08

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Re: Zeche Radbod

Beitrag von Meidericher am So 20 März 2016, 08:58

Tolle Bilder Ich war leider noch nicht da.

LG Meidericher


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Re: Zeche Radbod

Beitrag von f.matthey am Mi 23 März 2016, 10:56

Einige Fotos kommen noch, muss ich erst verkleinern !
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Beitrag von f.matthey am Mi 23 März 2016, 13:53

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