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In diesem Gebiet gab es einst mehr als tausend Zechen und somit ist immer noch vieles von ihnen allgegenwärtig. Als die Kumpels für ihren Lohn unter Tage fuhren und den Staub schluckten war es kaum möglich, heute hingegen darf man einige Zechen auch besichtigen.

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Zeche Westende

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Zeche Westende

Beitrag von Meidericher am Fr 08 Aug 2014, 17:35

Die Zeche Westende war eine historische Steinkohlenzeche in Duisburg.

Im Jahre 1855 begann eine englische Betreibergesellschaft in Duisburg- Meiderich mit den Vorarbeiten des Schachtes Jacobine. Die Schachtanlage war an der Stadtgrenze von Meiderich nach Oberhausen gelegen. Durch einen Wassereinbruch 1859 mussten die Abteufarbeiten zunächst eingestellt werden. Der Schacht soff ab, die Gesellschaft musste liquidieren.

In den Folgejahren wurden die Gesellschaften durch diverse deutsche Betreiber konsolidiert. Da das entstehende Bergwerk seinerzeit die westlichste Kohlenzeche des Ruhrgebietes war, wurde der Name Westende gewählt. 1870 wurde der Schacht Jacobine (fortan Schacht 1) erfolgreich gesümpft, und 1871 in Betrieb genommen. Trotz des erneuten Konkurses der Betreibergesellschaft 1875 wurde die Förderung beibehalten.

Nach erneuter Neuformierung in der Meidericher Steinkohlenbergwerks -AG 1885 konnte die Zeche weitere Expansionsmassnahmen aufnehmen. Dazu wurde 1889 neben Schacht 1 der Schacht 2 abgeteuft, welcher bereits 1892 in Betrieb ging. Die Förderanlagen beider Schächte wurde nach den seinerzeit modernen Standards ausgebaut.

Zusätzlich wurde der in Duisburg – Ruhrort in der Nähe vom Nordhafen gelegene Schacht der Zeche Ruhr & Rhein erworben, und künftig als Wetterschachtanlage Schacht 3 betrieben.

1896 wurde die Hüttenbetriebe Steinkohlenbergwerks -AG durch die Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb erworben.

Zur Zusammenfassung aller Feldsteile sowie der betriebenen Schachtanlagen wurde von 1906 bis 1910 in Duisburg - Laar der Schacht 4 geteuft. Diese Anlage wurde auch Schachtanlage Kampschacht genannt, und lag in direkter Nachbarschaft der Hüttenwerke Ruhrort. Diese Schachtanlage wurde mit deutschem Strebengerüst errichtet. Ferner wurde bei Schacht 4 eine Kokerei für Gießereikoks errichtet.

Nach der Inbetriebnahme des Schachtes wurde die Anlage als Zeche Westende offiziell geführt. Die Schachtanlagen 1/2 und 3 fungierten im Anschluss nur als Wetterschächte.

Die Zeche baute auch unter den Duisburger Hafenanlagen und hatte deswegen ständig mit Auflagen wegen der drohenden Absenkungen zu kämpfen.

Die Schachtanlage kam 1926 in den Besitz der Gelsenkirchener Bergwerks -AG und wurde der Gruppe Hamborn zugeordnet. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden umfangreiche Massnahmen zur Förderungskonzentration übernommen.

Die Schachtanlage 1/2 wurde 1928 stillgelegt und abgeworfen. Weiterhin wurde der selbständig fördernde Schacht Rönsbergshof von der Zeche Friedrich Thyssen übernommen, nachdem dieser 1931 die Förderung einstellte.

In den Folgejahren wurde nach erfolgten Deicherhöhungen wieder der Abbau unter den Rheinhäfen aufgenommen.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dieses Abbauvorgehen erweitert, und unter planmässiger Absenkung des Hafengebietes vorgetrieben. (An andere Stelle mehr zum Absenken der Hafenanlagen).

Stilllegung

1964 wurde der Schacht Rönsbergshof abgeworfen und verfüllt. Das Fördergerüst wurde 1965 gesprengt.

Im Rahmen der Kohlenkrise der 60er Jahre entschloss sich die Friedrich Thyssen Bergbau -AG als Betreiber die Zeche Westende im Geschäftsjahr 1968 stillzulegen. Die Stilllegung erfolgte am 31. Juli des Jahres.

Die Kokerei wurde noch in die Ruhrkohle AG übernommen. Wegen fehlenden Absatzes für den Gießereikoks wurde sie allerdings 1969 sofort stillgelegt.

Heutiger Zustand

Heute ist von den Anlagen der Zeche Westende fast nichts mehr zu finden. Die Schachtanlage 1/2 ist mit der Zeit komplett überbaut worden, (Vieh- und Schlachthof), das Gelände Schacht 3 wird mit Kleinbetriebe  genutzt.

Das Gelände Schacht 4 liegt brach als Reservefläche für die Thyssen Krupp AG.

Das Torgebäude ist noch erhalten.



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Re: Zeche Westende

Beitrag von Ulrich Helm am Sa 02 Apr 2016, 21:45

Hallo Ihr alten Kumpels ! Letzendlich war ich Bergmann mit Leib und Seele und war in der Zeit von 1954 bis 1961 auf Schacht Westende  als Hauer tätig .Bergmann habe ich von der Picke auf gelernt .Knappe und später als Hauer .Alles das auf Westende .Wenn Interesse daran ist ,werde ich mehr dazu sagen können . Also erst mal ein ,, Glück Auf "
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Re: Zeche Westende

Beitrag von Anyone09 am Sa 02 Apr 2016, 22:31

Ulrich, ich wohne ca. 100 Meter Luftlinie von den Protegohauben von Westende 1/2 entfernt. Über Westende würde ich liebend gerne mehr erfahren. Erfreue uns mit deinen Erzählungen, ich bin sicher nicht der einzige interessierte. 

Das Internet gibt leider nicht sehr viel preis über die Zeche. Mich interessiert zum Beispiel welche Durchbrüche es zu anderen Zechen gibt. Gibt es einen Durchbruch zur nahen Concordia z.b.? Ansonsten bin ich für jede Anekdote, jede Geschichte, egal welcher Art sehr dankbar. 

Gruß und Glückauf.
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Re: Zeche Westende

Beitrag von Meidericher am So 03 Apr 2016, 18:17

@Ulrich Helm schrieb:Hallo Ihr alten Kumpels ! Letzendlich war ich Bergmann mit Leib und Seele und war in der Zeit von 1954 bis 1961 auf Schacht Westende  als Hauer tätig .Bergmann habe ich von der Picke auf gelernt .Knappe und später als Hauer .Alles das auf Westende .Wenn Interesse daran ist ,werde ich mehr dazu sagen können . Also erst mal ein ,, Glück Auf "

Glück Auf Ulrich,

schön das du dich mal meldest Ich wäre auch sehr "neugierig" was du uns zu erzählen hättest, idealerweise hast du ja noch ein paar alte Bilder von damals.

LG Meidericher


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Re: Zeche Westende

Beitrag von Anyone09 am Di 20 Sep 2016, 16:09

Noch was gefunden in den Tiefen meiner Festplatte  



Protegohaube Westende Schacht 1

Das Foto von Schacht 2 lässt sich irgendwie partou nicht hochladen. Ich schaue heute Abend mal, ob ich das noch irgendwie eingestellt bekomme
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Re: Zeche Westende

Beitrag von Cityflitzer am Mi 14 Dez 2016, 21:11

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Re: Zeche Westende

Beitrag von Anyone09 am Mi 14 Dez 2016, 22:24

Heiko, du bist aber nicht der von Graf Wittekind oder?

Die Stollen, die du meinst kenne ich. Sie waren ein schnellerer Zugang von Kaue zum Schacht und dienten unter anderem als eine Art "unterirdische" Hängebank. Sie wurden während des Krieges als Luftschutzstollen genutzt. Deshalb findet sich da auch noch die ein oder andere Gasmaske. Zumindest beim letzten mal wo ich drin war, habe ich zwei Gasmasken gefunden.
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Re: Zeche Westende

Beitrag von Cityflitzer am Do 15 Dez 2016, 21:27

@Anyone09 schrieb:Heiko, du bist aber nicht der von Graf Wittekind oder?
Bitte wer?

Danke für die ausführliche Erklärung - dass es eine Anbindung zum Schacht gegeben haben muss dachte ich mir wegen den Schienen, allerdings war nicht ersichtlich wo diese gewesen sein muss... Gasmasken habe ich dort auch keine mehr gefunden
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Re: Zeche Westende

Beitrag von Anyone09 am Fr 16 Dez 2016, 12:16

In dem Stollen musst du aber unheimlich aufpassen. Ein bisschen Regen und der steht unter Wasser, manchmal bis zur Firste.
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